Ratgeber
Wien: zehn neue Hotels in zwölf Monaten und was ab 2027 kommt
Von Mandarin Oriental bis Schani Naschmarkt: welche Hotels Wien zwischen Oktober 2025 und September 2026 eröffnet hat und welche Projekte bis 2029 folgen.
Von Mathieu Gastal · · 7 Min. Lesezeit

Zwischen dem 20. Oktober 2025 und Ende September 2026 haben in Wien zehn Hotels eröffnet oder unter neuem Namen den Betrieb aufgenommen. Das teuerste beginnt bei rund 750 Euro pro Nacht, das günstigste bei rund 70. Dazwischen liegen zwei Palais aus der Gründerzeit, ein Gerichtsgebäude von 1908, eine Villa in Döbling, ein Neubau am Westbahnhof und zwei Häuser derselben Wiener Familie innerhalb von fünf Monaten.
Auffällig ist weniger die Zahl als die Mischung. Nur eines dieser Häuser ist eine internationale Luxusmarke. Die übrigen gehören jungen Marken, die in Wien ihr erstes oder zweites Haus in Österreich eröffnen, oder Wiener Betreibern, die ihr Portfolio ausbauen. Zwei Eröffnungen sind reine Markenwechsel in bestehenden Gebäuden.
Die Innere Stadt: ein Gericht und ein Gründerzeithaus
Das Mandarin Oriental, Vienna eröffnete am 20. Oktober 2025 an der Riemergasse 7 im 1. Bezirk, als erstes Haus der Gruppe in Österreich. Das Gebäude wurde 1908 nach Plänen von Alfred Keller als Gericht fertiggestellt und steht unter Denkmalschutz. Das Londoner Studio Goddard Littlefair hat die 138 Zimmer und Suiten auf vier Etagen eingerichtet und sich dabei auf die Wiener Werkstätte berufen: Mandel- und Elfenbeintöne, taubengraues Leder, puderblaue Akzente. Executive Chef Thomas Seifried verantwortet vier Konzepte, darunter das Fine-Dining-Restaurant Le Sept und eine Izakaya. Das Spa misst 700 Quadratmeter und hat einen Innenpool. Die Preise beginnen bei rund 750 Euro, mehr als bei jedem anderen Haus dieses Jahrgangs.
Am anderen Ende der Inneren Stadt, am Rudolfsplatz 11, liegt das Miiro Palais Rudolf. Das Haus im Stil des Historismus entstand zwischen 1880 und 1883 und trägt den Namen des Kronprinzen, nach dem auch der Platz benannt ist. Miiro, eine 2024 gestartete Marke der indischen InterGlobe Enterprises, hat hier sein erstes Wiener Hotel eingerichtet: 64 Zimmer mit Antiquitäten, die in Wien gekauft wurden, nach einem Entwurf von Studio Thurstan. Angekündigt war November 2025, die ersten Gäste kamen am 1. Dezember. Zimmer kosten ab rund 290 Euro.
Ebenfalls im 1. Bezirk, an der Rathausstraße 17, hat sich im Januar 2026 vor allem das Schild geändert. Das Gebäude von 1882, in dem einst Stefan Zweig wohnte, war lange das Austria Trend Hotel Rathauspark, dann ein Radisson Individuals. Seit Januar ist es das Hotel Rathauspark Wien, das erste Haus von Accors Handwritten Collection in Österreich. Betreiber ist durchgehend die Verkehrsbüro Hospitality, renoviert wurde bereits im August 2024. Mit Preisen ab etwa 70 Euro teilt es sich mit der Villa R den niedrigsten Einstiegspreis dieser Liste.
Zwei Wiener Familienbetriebe, zwei neue Häuser
Benedikt und Alexander Komarek haben Schani Hotels in Wien aufgebaut und 2026 gleich zwei Häuser eröffnet. Das Hotel Schani City an der Großen Schiffgasse in der Leopoldstadt, gegenüber dem Schwedenplatz, folgte am 17. April 2026. AllesWirdGut hat die 127 Zimmer mit Stein, Holz und Leinen ausgestattet, im Zentrum liegt ein begrünter Innenhof. Weil das Haus im historischen jüdischen Viertel steht, bietet es auf Wunsch koschere Zimmer an. Die Preise beginnen bei rund 150 Euro.
Im September 2026 kam das Hotel Schani Naschmarkt dazu, ein neunstöckiger Neubau an der Linken Wienzeile im 6. Bezirk mit rund 90 Zimmern. Archisphere zitiert Josef Hoffmann und Otto Wagner, die Farben werden von Stockwerk zu Stockwerk kräftiger, und im obersten Geschoss liegt eine Rooftop-Bar im Stil des Miami Art déco der 1940er-Jahre. Angekündigt war das zweite Quartal 2026; ein Tarif ist noch nicht veröffentlicht.
Die zweite Wiener Gruppe mit neuem Haus ist EST Hotels & Residences, 2015 von Heinrich und Bernard Koller gegründet. Am 11. Mai 2026 eröffnete das EST Hotel Palais Chotek im Alsergrund, nach sechs Jahren Restaurierung. Lothar Abel hatte das Palais 1871 für Otto Graf Chotek entworfen; ab 1906 machte der Möbeltischler Friedrich Otto Schmidt es mit Künstlern der Wiener Werkstätte zu einem Treffpunkt der Kunstszene. Heute hat es 164 Zimmer, begrünte Innenhöfe und eine Tagesbar namens Sophie. Ein Restaurant ist nicht angekündigt.
Neue Marken in den Außenbezirken
Abseits der Innenstadt hat Miiro am 1. April 2026 sein zweites Haus eröffnet: das Miiro Spittelberg an der Kirchberggasse im 7. Bezirk, mit 132 Zimmern, Werken von Christian Ludwig Attersee, Josef Mikl und Heimo Zobernig in den Zimmern und einer Pizzeria namens Poco im Erdgeschoss, die sich ausdrücklich auch an Anwohner richtet. Hier kostet ein Zimmer ab rund 145 Euro, die Hälfte des Palais Rudolf.
Direkt gegenüber dem Westbahnhof, an der Mariahilfer Straße 127a, steht seit dem 9. März 2026 The Companion Vienna. Hinter der neuen Marke stehen Kai Hollmann, Florian Kollenz, Christian Lainer und Michael Todt, also das Team der Superbude Wien und des NENI am Prater. Das Berliner weStudio hat die 138 Zimmer gestaltet, ein schwarzes Wandband führt als Orientierung durchs Haus. Das Restaurant Boca leitet Lauryn Therin, die zuvor bei Ottolenghi in London kochte. Für Reisende mit dem Zug ist die Lage kaum zu schlagen, und mit Preisen ab etwa 100 Euro gehört das Haus zu den günstigeren Eröffnungen des Jahres.
Am weitesten draußen liegt die Villa R in der Hasenauerstraße im Cottageviertel von Döbling, rund 25 Minuten von der Innenstadt. Die Wiener Urbanauts-Gruppe, bekannt für ihre Grätzlhotels, hat dort im November 2025 eine Villa aus dem 19. Jahrhundert mit 19 Zimmern eröffnet, benannt nach einem Gemälde von Paul Klee. Es gibt kein Restaurant, dafür Frühstück, einen Garten und einen Mini Cooper, den Gäste bis zu vier Stunden kostenlos nutzen können, um zu den Weinbergen zu fahren.
Ein Markenwechsel nach der Signa-Insolvenz
Das zehnte Haus ist ein Sonderfall. Das Hyatt Regency Vienna an der Arsenalstraße, gleich südlich des Belvedere, eröffnete 2019 als Andaz Vienna am Belvedere. Im Insolvenzverfahren der Signa Development Selection ging die Immobilie an WestInvest, eine Tochter der DekaBank. Die MHP Hotel AG übernahm im Februar 2026 den Betrieb und führt das Haus seit dem 13. April unter einem Franchisevertrag mit Hyatt weiter. Zimmerzahl, Personal und Restaurants blieben gleich: 303 Zimmer, das Eugen21, die Aurora Rooftop Bar. Begründet wird der Wechsel mit den mehr als 2.000 Quadratmetern Veranstaltungsfläche, die besser zur Konferenzmarke passen als zum Lifestyle-Label Andaz.
Was die Zimmer kosten
Die auf den Hotelseiten veröffentlichten Einstiegspreise für ein Standardzimmer außerhalb der Hochsaison:
- Mandarin Oriental, Vienna: ab 750 €
- Miiro Palais Rudolf: ab 290 €
- Hyatt Regency Vienna: ab 170 €
- Hotel Schani City: ab 150 €
- Miiro Spittelberg: ab 145 €
- The Companion Vienna: ab 100 €
- Hotel Rathauspark Wien und Villa R: ab 70 €
Für das EST Hotel Palais Chotek und das Schani Naschmarkt liegt noch kein Referenzpreis vor.
2027 bis 2029: Umflaggungen und zwei Türme
Der nächste Jahrgang wird vor allem aus Markenwechseln bestehen. Das Crowne Plaza Vienna ist die Ausnahme: ein Neubau in Margareten nach einem Entwurf von David Chipperfield, mit 195 Zimmern, inspiriert von der Österreichischen Nationalbibliothek. Angekündigt war das dritte Quartal 2026, eine Eröffnung ist bisher nicht gemeldet.
An der Kärntner Straße 18 wird das Austria Trend Hotel Europa, 1956 eröffnet, 2027 zum ersten TRIBE in Österreich, mit rund 160 Zimmern und ohne klassisches Restaurant. Am Rennweg soll das Hotel Savoyen in der früheren k.u.k. Hof- und Staatsdruckerei Anfang 2027 als Sheraton neu starten, mit 310 Zimmern und wieder mit der MHP Hotel AG als Betreiber. Ebenfalls am Rennweg wird aus dem Lindner Hotel Am Belvedere Mitte 2028 das erste Pullman Wiens.
Echte Umbauten gibt es auch. Die spanische Eurostars-Gruppe plant für Ende 2027 ihr erstes Wiener Haus im früheren Kaufhaus Herzmansky an der Stiftgasse, rund 150 Zimmer hinter der erhaltenen Fassade: das Eurostars Hotel Vienna. Die Caritas kehrt im Mai 2027 mit dem magdas HOTEL Prater an die Laufbergergasse zurück, wo ihr erstes Social-Business-Hotel 2015 als Pop-up begann; das neue Haus hat 103 Zimmer, kostet rund 22 Millionen Euro und setzt wie das erste auf Ausbildung und Arbeit für Geflüchtete. Und am Schwarzenbergplatz soll das barocke Palais Schwarzenberg nach fast zwanzig Jahren Leerstand 2027 als Luxushotel mit rund 100 Zimmern öffnen; ein Betreiber ist noch nicht bekannt.
Weiter draußen im 2. Bezirk entstehen die beiden größten Projekte. Dorint kehrt nach rund 19 Jahren mit dem Hotel Weitblick nach Wien zurück, 298 Zimmer in einem 35-geschossigen Turm im Viertel Zwei, mit einer öffentlichen Rooftop-Bar auf 700 Quadratmetern; die Quellen nennen 2028 oder Anfang 2029. Am Handelskai ist für 2029 ein zweites Radisson RED mit 220 Zimmern geplant, Teil eines neuen Fernbusterminals an der Donau.
Wer die Projekte weiterverfolgen will, findet sie mit jedem neuen Termin auf der Seite zu Wien und in der Liste der kommenden Eröffnungen.
Hotels in diesem Ratgeber

Wien
Mandarin Oriental, Vienna
Eröffnet · 20. Oktober 2025
Wien
Miiro Palais Rudolf
Eröffnet · 17. November 2025
Wien
hideauts hotels Villa R
Eröffnet · November 2025
Wien
Hotel Rathauspark Wien, Handwritten Collection
Eröffnet · Januar 2026
Wien
The Companion Vienna
Eröffnet · 9. März 2026
Wien
Miiro Spittelberg
Eröffnet · 1. April 2026
Wien
Hyatt Regency Vienna
Eröffnet · April 2026
Wien
Hotel Schani City
Eröffnet · 17. April 2026
Wien
EST Hotel Palais Chotek
Eröffnet · 11. Mai 2026
Wien
Hotel Schani Naschmarkt
Eröffnet · September 2026
Wien
Crowne Plaza Vienna
Angekündigt · Q3 2026
Wien
TRIBE Vienna City
Angekündigt · 2027
Wien
magdas HOTEL Prater
Angekündigt · Mai 2027
Wien
Eurostars Hotel Vienna (Stiftgasse)
Angekündigt · Ende 2027
Wien
Dorint Hotel Weitblick Wien
Angekündigt · 2028-2029
Wien