Kanton Graubünden (Engadin), Schweiz
Neue Hotels in St. Moritz
Der Engadiner Kurort erhielt im August 2023 nach eigenen Angaben sein erstes komplett neues Hotel seit 50 Jahren: ein Jugendstilbau von 1906, erweitert um einen zeitgenössischen Neubauflügel.

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St. Moritz zählt zu den traditionsreichsten und zugleich stabilsten Hotelmärkten der Schweiz: große Namen wie das Badrutt's Palace oder das Kulm Hotel prägen den Kurort seit Generationen, echte Neueröffnungen sind entsprechend selten. Umso mehr Aufmerksamkeit erhielt Grace La Margna St. Moritz, das im August 2023 eröffnete und von lokalen Stimmen als erstes wirklich neues Hotel des Ortes seit rund 50 Jahren beschrieben wurde. Das Haus verbindet den denkmalgeschützten Jugendstilflügel des historischen Hotels La Margna von 1906/07, dessen Fassade unangetastet blieb, mit einem komplett neu gebauten, zeitgenössischen Grace-Flügel des Londoner Büros Divercity Architects: direkt oberhalb des Bahnhofs und mit Blick auf den St. Moritzersee. St. Moritz selbst liegt auf rund 1.822 Metern Höhe im Oberengadin, Kanton Graubünden, und gilt damit als eine der höchstgelegenen Städte Europas mit einer derart dichten touristischen Infrastruktur. Der Ort wirbt seit Jahrzehnten mit einem besonders hohen Anteil an Sonnentagen im Jahr, ein Klima, das zusammen mit der Höhenlage seit dem 19. Jahrhundert zum Ruf des Kurorts beigetragen hat.
Was man in St. Moritz unternehmen kann
Ein Wochenende in St. Moritz
An einem Wochenende lohnt sich zunächst die Unterscheidung zwischen St. Moritz-Dorf, dem höher gelegenen historischen Ortskern mit den meisten Luxushotels, und St. Moritz-Bad am Seeufer, benannt nach der seit der Antike bekannten Mineralquelle, die dem Ort seinen Namen als Kurort einbrachte. Ein Vormittag gehört einem Spaziergang durch das Dorf mit seinem schiefen Kirchturm, einem Wahrzeichen von St. Moritz und Überrest einer im 19. Jahrhundert teilweise abgetragenen Kirche, sowie der Via Serlas mit ihren Boutiquen internationaler Luxusmarken. Ein Nachmittag lässt sich mit der Standseilbahn oder Gondel hinauf nach Corviglia verbringen, dem zentralen Skigebiet oberhalb des Ortes, das im Sommer auch für Wanderungen mit Panoramablick auf das Engadin genutzt wird. Der zweite Tag eignet sich für das Segantini Museum, das dem in der Region tätigen Maler Giovanni Segantini gewidmet ist, oder für einen Spaziergang am St. Moritzersee, der je nach Jahreszeit zugefroren oder frei ist.
Eine ganze Woche
Mit einer vollen Woche lässt sich das Engadin über St. Moritz hinaus erschließen. Ein Tag gehört der Fahrt mit der Standseilbahn auf Muottas Muragl, von wo aus ein Panorama über die gesamte Oberengadiner Seenkette reicht; ein weiterer Tag lohnt sich für die Bergstation Diavolezza mit Blick auf den Piz Bernina und den Vadret da Morteratsch, den größten Gletscher der Ostalpen. Wer mit der Bahn anreist, kann von St. Moritz aus den Bernina Express nehmen, eine der bekanntesten Panoramabahnstrecken der Alpen, die über den Berninapass bis ins italienische Tirano führt und seit 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Ein Tagesausflug ins benachbarte Sils Maria und zum Lej da Segl lohnt sich für Ruhe suchende Reisende: Der Philosoph Friedrich Nietzsche verbrachte hier mehrere Sommer, und der See gilt als einer der ruhigeren Punkte des Oberengadins. Winterreisende erleben in St. Moritz zudem einen zweifachen Olympia-Austragungsort, 1928 und 1948: Der Cresta Run, eine Natureisbahn für Skeleton, ist bis heute in Betrieb, ebenso das winterliche Pferderennen White Turf, das jeden Februar auf dem gefrorenen See stattfindet, sowie Polospiele auf Schnee. Neben Corviglia lässt sich das Skigebiet Corvatsch auf der gegenüberliegenden Talseite erreichen, dessen Bergstation auf rund 3.300 Metern einen der höheren Aussichtspunkte des Oberengadins bietet.
Architektur & regionale Küche
Wer sich für zeitgenössische Architektur interessiert, findet im Ortsteil St. Moritz-Bad mit der Chesa Futura des britischen Architekten Norman Foster ein markantes, kugelförmiges Holzgebäude, das seit seiner Fertigstellung 2004 regelmäßig als eines der auffälligeren modernen Bauwerke des Engadins genannt wird. Kulinarisch prägt die Engadiner Nusstorte, ein mit Karamell und Walnüssen gefüllter Mürbeteigkuchen, die Konditoreien der Region und gilt als eines der bekanntesten Mitbringsel aus dem Engadin. Golfinteressierte finden im nahen Samedan, wenige Kilometer talabwärts, einen der höchstgelegenen 18-Loch-Golfplätze Europas.
Anreise und Jahreszeiten
St. Moritz liegt an der Albulabahn und der Berninabahn der Rhätischen Bahn, beide Teil des UNESCO-Weltkulturerbes 'Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina'; von Zürich aus ist der Ort mit der Bahn über Chur in rund dreieinhalb Stunden erreichbar, von Mailand über den Berninapass in etwa drei Stunden. Der nahe gelegene Flugplatz Samedan, einer der höchstgelegenen Flugplätze Europas, bedient vor allem die Wintersaison mit Privat- und Charterflügen. St. Moritz lebt von zwei ausgeprägten Hochsaisons: dem Winter rund um Weihnachten bis in den März, geprägt von Skibetrieb auf Corviglia und Corvatsch sowie Wintersportevents auf dem See, und einem kürzeren Sommer von Juni bis September, in dem Wandern, Bergseen und die milde Höhenluft im Vordergrund stehen. Zwischen den Saisons, im späten Frühjahr und im Spätherbst, schließen viele Betriebe des Ortes vorübergehend.
St. Moritz-Dorf und St. Moritz-Bad: zwei Ortsteile, ein Hotel
St. Moritz gliedert sich in zwei Ortsteile: das höher gelegene, historische St. Moritz-Dorf mit den traditionsreichsten Luxushäusern des Ortes, und St. Moritz-Bad am Seeufer, das seinen Namen der seit der Antike bekannten Mineralquelle verdankt und heute stärker auf Sportanlagen und modernere Infrastruktur ausgerichtet ist. Grace La Margna St. Moritz liegt dazwischen, direkt oberhalb des Bahnhofs mit Blick auf den See, eine Lage, die sowohl den kurzen Weg zum Bahnhof für Tagesausflüge als auch die Nähe zum Wasser verbindet. Anders als die reinen Fassaden-Renovationen, die den Ort in den letzten Jahrzehnten prägten, verdoppelt der neue Grace-Flügel die tatsächliche Kapazität des historischen Hauses nahezu und bringt mit 74 Zimmern und Suiten – 27 im neuen Grace-Flügel, 47 im renovierten La-Margna-Flügel, sowie einem rund 700 Quadratmeter großen Spa eine komplett neue Infrastruktur an einen Standort, der solche Projekte selten sieht.
Ein Markt aus wenigen, sehr alten Namen
Der Grund, warum eine einzelne Neueröffnung in St. Moritz international Beachtung findet, liegt im Charakter des lokalen Hotelmarkts selbst: Häuser wie das Kulm Hotel, seit 1856 am Ort und eng mit der Gründungsgeschichte des Wintertourismus verbunden, das Badrutt's Palace am Seeufer oder das etwas außerhalb gelegene Suvretta House prägen seit teils mehr als 150 Jahren dasselbe Ortsbild, ohne dass in dieser Zeit viele grundlegend neue Adressen hinzugekommen wären. Renovierungen und Modernisierungen bestehender Häuser sind in St. Moritz die Regel, ein komplett neu gebauter Hotelflügel wie bei Grace La Margna die Ausnahme: was erklärt, warum lokale Beobachter die Eröffnung 2023 so einordneten, wie sie es taten.
Warum St. Moritz als Geburtsort des Wintertourismus gilt
Der Legende nach lud Hotelier Johannes Badrutt im Winter 1864 englische Sommergäste ein, die kalte Jahreszeit im Engadin kostenlos zu testen: ein Erfolg, der St. Moritz zum Pionierort des alpinen Wintertourismus machte und bis heute in der Ortsgeschichte erzählt wird. Die Stadt war 1878 zudem die erste in der Schweiz mit elektrischem Licht im Kulm Hotel, ein weiterer früher Meilenstein der touristischen Infrastruktur. Dass in einem solchen, seit über 150 Jahren etablierten Markt eine echte Neueröffnung wie Grace La Margna eine Seltenheit ist, erklärt auch die Aufmerksamkeit, die dem Haus bei seiner Eröffnung 2023 zuteilwurde.
Welches Hotel für Ihre Reise
Design- & Architekturinteressierte
Grace La Margna St. Moritz zeigt beispielhaft, wie sich Neubau und Denkmalschutz im Engadin verbinden lassen: Der historische La-Margna-Flügel von 1906/07 blieb in seiner Fassade unangetastet, während der neue Grace-Flügel des Londoner Büros Divercity Architects daneben komplett zeitgenössisch gestaltet wurde, mit Innenarchitektur von Carole Topin.
Wellnessreisende
Der rund 700 Quadratmeter große Spa- und Wellnessbereich mit Innenpool und 24-Stunden-Fitnessraum richtet sich an Gäste, die nach einem Skitag auf Corviglia oder einer Wanderung Richtung Muottas Muragl Erholung suchen.
Bahnreisende & Tagesausflügler
Die Lage direkt oberhalb des Bahnhofs macht Grace La Margna zum naheliegenden Standort für Gäste, die von St. Moritz aus mit dem Bernina Express oder in Richtung Muottas Muragl und Diavolezza unterwegs sein wollen, ohne lange Anfahrtswege zum Bahnhof in Kauf zu nehmen.
Reisende mit Interesse an Wintersport-Geschichte
Wer den Cresta Run oder das winterliche Pferderennen White Turf auf dem gefrorenen See besuchen möchte, findet mit Grace La Margna eine Adresse in Gehdistanz zum See, ohne im dichter bebauten Dorfkern von St. Moritz-Dorf wohnen zu müssen.
Wie wir Eröffnungen in St. Moritz verifizieren
Jede Fiche wird gegen mindestens zwei unabhängige Quellen geprüft, bevor sie veröffentlicht wird: offizielle Angaben des Hotels sowie unabhängige Reise- und Designpresse. Reine Renovierungen ohne echten Kapazitäts- oder Konzeptwechsel nehmen wir grundsätzlich nicht auf; sobald ein weiteres, wirklich neues und verifizierbares Projekt in St. Moritz oder im übrigen Engadin vorliegt, wird es ergänzt.
Häufig gestellte Fragen
Wann eröffnete Grace La Margna St. Moritz?
Am 26. August 2023, nach einer mehrjährigen Bauzeit für den neuen Grace-Flügel neben dem denkmalgeschützten Jugendstilbau von 1906/07.
Ist Grace La Margna ein Neubau oder eine Renovation?
Beides: Der historische La-Margna-Flügel wurde denkmalgerecht renoviert, seine Fassade blieb unverändert. Direkt daneben entstand der komplett neue Grace-Flügel, der die Zimmerzahl des Hauses fast verdoppelte.
Gehört Grace La Margna zu einer großen Hotelkette?
Das Haus ist Mitglied von LXR Hotels & Resorts, der Luxuskollektion von Hilton, sowie der Small Luxury Hotels of the World.
Liegt das Hotel in St. Moritz-Dorf oder St. Moritz-Bad?
Grace La Margna liegt dazwischen, direkt oberhalb des Bahnhofs und mit Blick auf den St. Moritzersee: näher an St. Moritz-Bad am Seeufer als am höher gelegenen historischen Dorfkern.
Braucht man in St. Moritz ein Auto?
Nein. Der Bahnhof liegt in Gehdistanz zum Hotel, und von dort verkehren sowohl der Bernina Express als auch Regionalzüge ins übrige Engadin; Corviglia ist per Gondel oder Standseilbahn direkt aus dem Dorf erreichbar.
Warum gilt St. Moritz als Geburtsort des Wintertourismus?
Der Legende nach lud Hotelier Johannes Badrutt 1864 englische Sommergäste ein, den Winter kostenlos zu testen: ein Erfolg, der St. Moritz zum Pionierort des alpinen Wintertourismus machte; die Stadt war 1878 zudem die erste in der Schweiz mit elektrischem Licht und war zweifacher Austragungsort der Olympischen Winterspiele, 1928 und 1948.
Wie kommt man von Zürich nach St. Moritz?
Mit der Bahn über Chur in rund dreieinhalb Stunden, über die Albulabahn oder Berninabahn der Rhätischen Bahn: beide Teil des UNESCO-Weltkulturerbes 'Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina'; mit dem Auto über den Julierpass oder den Malojapass in ähnlicher Zeit.
Was ist die Chesa Futura?
Ein kugelförmiges Holzgebäude des britischen Architekten Norman Foster in St. Moritz-Bad, fertiggestellt 2004 – eines der bekanntesten Beispiele zeitgenössischer Architektur im sonst historisch geprägten Ortsbild.
Welche Skigebiete erreicht man von St. Moritz aus?
Corviglia oberhalb von St. Moritz-Dorf und Corvatsch auf der gegenüberliegenden Talseite, dessen Bergstation auf rund 3.300 Metern liegt, sind die beiden wichtigsten Skigebiete direkt am Ort; beide sind ganzjährig für Bahnfahrten und Wanderungen geöffnet.
Warum gibt es in St. Moritz so wenige neue Hotels?
Weil der lokale Markt seit teils mehr als 150 Jahren von wenigen etablierten Häusern wie dem Kulm Hotel, dem Badrutt's Palace und dem Suvretta House geprägt wird, die überwiegend renoviert statt ersetzt werden: ein komplett neuer Hotelflügel wie bei Grace La Margna bleibt entsprechend eine Seltenheit.
Ist St. Moritz nur ein Winterziel?
Nein. Neben dem Winterprogramm rund um Corviglia, Corvatsch und den gefrorenen See zieht der Sommer mit milder Höhenluft, Wandermöglichkeiten Richtung Muottas Muragl und Diavolezza sowie Tagesausflügen nach Sils Maria ein eigenes Publikum an.
