Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Neue Hotels in Münster
Westfälische Universitätsstadt zwischen Ruhrgebiet und Osnabrück, Ort des Westfälischen Friedens von 1648 und Gastgeberin der Skulptur Projekte 2027: das Atlantic Hotel Münster hat im September 2021 eröffnet.

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Wir verfolgen derzeit ein Haus in Münster: das Atlantic Hotel Münster an der Engelstraße 39, im September 2021 eröffnet. Es ist ein Neubau mit 224 Zimmern und Suiten und das sechzehnte Haus der Bremer Atlantic Hotels. Mehr Projekte führt dieser Guide nicht, weil wir nur aufnehmen, was sich gegen unabhängige Quellen prüfen lässt. Die Stadt selbst gibt trotzdem genug her, um sie auch ohne lange Hotelliste zu beschreiben, und im Juni 2027 bekommt sie einen besonderen Anlass zum Besuch.
Münster liegt im Zentrum des Münsterlandes, zwischen dem Ruhrgebiet und Osnabrück, an der Münsterschen Aa. Die Stadt hat gut 300.000 Einwohner, eine Fläche von rund 303 Quadratkilometern und etwa 65.000 Studierende (Stand 2018), womit sie zu den zehn größten Universitätsstädten Deutschlands zählt. Das erklärt vieles, was man am ersten Tag bemerkt: Fahrräder in einer Dichte, die Münster den Ruf der Fahrradstadt eingebracht hat, Cafés, die schon morgens voll sind,, dazu eine Altstadt, deren Wiederaufbau nach 1945 das Stadtbild bis heute bestimmt.
Was man in Münster unternehmen kann
Ein Wochenende in Münster
Wer nur zwei Tage hat, beginnt am Prinzipalmarkt. Die schmalen Giebelhäuser der Kaufleute stammen aus der Hansezeit, aber was man heute sieht, ist zu großen Teilen Wiederaufbau: Bei den Luftangriffen auf Münster wurden nach den Angaben der Stadtgeschichte rund 91 Prozent der Altstadt zerstört, die Kapitulation folgte am 8. Mai 1945. In den 1950er-Jahren wurde ein Teil der Altstadt, auf Drängen der Bevölkerung, in Anlehnung an den Vorkriegszustand rekonstruiert. Das ist keine Kulisse im abfälligen Sinn, aber man sollte wissen, dass die Fassaden jünger sind, als sie wirken.
Am nördlichen Ende des Prinzipalmarkts steht St. Lamberti, die bedeutendste spätgotische Kirche Westfalens, gebaut zwischen 1375 und 1525 und von Kaufleuten mitfinanziert. Am Turm hängen drei eiserne Käfige. 1536 wurden darin die Leichen der Täuferführer Jan van Leiden, Bernd Krechting und Bernd Knipperdolling nach ihrer öffentlichen Hinrichtung ausgestellt. Der heutige neugotische Turm ist etwa 90,5 Meter hoch und entstand von 1888 bis 1898. Seit 1379 gibt es in Lamberti einen Türmer. Seit 2014 hat die Stelle mit Martje Thalmann zum ersten Mal eine Frau inne; sie bläst abends zur vollen und halben Stunde ins Horn, nur dienstags nicht. Die Hauptorgel von Karl Schuke, 1989 fertiggestellt, hängt im Turm.
In dieser Kirche war von 1929 bis 1933 der spätere Bischof Clemens August Graf von Galen Pfarrer, und 1941 hielt er hier zwei seiner drei Predigten gegen die NS-Krankenmorde.
Das Rathaus am Prinzipalmarkt gilt als Stätte des Westfälischen Friedens. 1648 wurde in Münster und Osnabrück der Friede geschlossen, der den Dreißigjährigen und den Achtzigjährigen Krieg beendete, und das Rathaus erhielt 2015 das Europäische Kulturerbe-Siegel.
Dom und Domplatz liegen ein paar Schritte weiter. Papst Leo III. gründete 799 das Bistum Münster, 805 wurde Liudger der erste Bischof, und der Bau des ersten Doms begann. Auf dem Domplatz findet mittwochs und samstags von 7 bis 14.30 Uhr der Wochenmarkt statt, mit nach Angaben der Stadt rund 150 Ständen, dem größten Markt Münsters. Freitags kommt der Öko-Bauernmarkt dazu (April bis Oktober von 12 bis 18 Uhr, im Winterhalbjahr bis 17 Uhr). Der Markt ist dort seit 1926 zu Hause.
Museen
Am Domplatz steht auch das LWL-Museum für Kunst und Kultur, das seit 1908 an diesem Ort besteht. Der heutige Bau von Volker Staab wurde 2014 eröffnet, nachdem das Nachkriegsgebäude 2009 abgerissen worden war. Das Haus verwaltet nach eigenen Angaben mehr als 300.000 Objekte, von mittelalterlicher Kunst über Barock bis zur Moderne. Die August-Macke-Ausstellung von 1987 zog mehr als 400.000 Besucher an, die Turner-Schau 2019 über das Jahr gerechnet 137.000.
An der Königsstraße zeigt das Kunstmuseum Pablo Picasso im Druffel'schen Hof (1784 bis 1788) vor allem Lithografien. Es wurde 2000 eröffnet, besitzt die vollständige Suite Vollard mit 100 Blättern aus den Jahren 1930 bis 1937 und rund 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Dazu kommt eine Sammlung von Matisse-Grafik, die als deutschlandweit einzigartig beschrieben wird. Insgesamt sind es mehr als 800 Exponate.
Die Promenade und der Aasee
Um die Altstadt läuft die Promenade, ein rund 4.500 Meter langer autofreier Ring unter Linden. Sie verläuft dort, wo einst die Stadtbefestigung stand, deren Anfänge ins frühe 13. Jahrhundert zurückreichen. Ab 1764 wurde der innere Ring abgetragen und der Graben zugeschüttet, ab 1770 ließ Johann Conrad Schlaun den äußeren Ring zur vierreihigen Lindenallee umbauen. Auf der Promenade ist die mittlere Spur den Fahrrädern vorbehalten, die beiden schmaleren Seitenspuren sind Gehwege. Gezählt wurden bis zu 1.200 Radfahrer pro Stunde. Wer zu Fuß geht, bleibt also an der Seite.
Entlang des Rings liegen Reste der alten Befestigung: der Buddenturm aus dem späten 12. Jahrhundert, die Neutor-Wachhäuser von 1778, die Engelenschanze als Park mit einer Skulptur von George Rickey. Der Zwinger diente 1944 und 1945 der Gestapo als Hinrichtungsstätte. Hinzu kommen zwei mittelalterliche Wehre, die „Wasserbären“, und die Reste des Bollwerks Neuwerk aus den Jahren 1531 bis 1533.
Der Aasee im Südwesten der Innenstadt entstand in den 1930er-Jahren durch Aufstauung der Münsterschen Aa. An seinem Ufer liegen Parkanlagen, Uferwege und der Allwetterzoo Münster. Das Fürstbischöfliche Schloss, ein barocker Dreiflügelbau von Johann Conrad Schlaun, entstand zwischen 1767 und 1787 und diente den Fürstbischöfen als Residenz. Nach den Bränden vom März 1945 standen nur noch die Außenmauern, der Wiederaufbau begann 1946, erste Vorlesungen gab es 1949. Seit 1954 gehört das Schloss der Universität Münster, und hinter dem Gebäude liegen der Schlossgarten und der Botanische Garten. Zwischen dem Schloss und der Promenade breitet sich ein großer Vorplatz aus, der Ehrenhof.
Im Südosten, am Dortmund-Ems-Kanal, liegt der Stadthafen, eröffnet 1899 als Stichhafen für Getreide und Holz. Seinen Höchststand erreichte er 1962 mit etwa 1,3 Millionen Tonnen Fracht. Das Löschen von Kohle endete 2006, und die Nordseite des Hafens, der Kreativkai, beherbergt heute Kulturbetriebe, Restaurants und Büros, während die Südseite weitgehend unbebaut ist. Wer die Altstadt satt hat, findet hier das Münster, in dem weniger Touristen unterwegs sind.
Die Skulptur Projekte 2027
Alle zehn Jahre wird Münster zum Ausstellungsort. Die Skulptur Projekte wurden 1977 von Klaus Bußmann und Kasper König ins Leben gerufen und finden seitdem im Zehnjahresrhythmus statt. Die sechste Ausgabe läuft vom 13. Juni bis zum 3. Oktober 2027. Die künstlerische Leitung hat das Kuratorinnenkollektiv WHW (Ivet Ćurlin, Nataša Ilić, Sabina Sabolović), zum ersten Mal in der Geschichte der Reihe eine rein weibliche Leitung. Träger sind der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und die Stadt Münster, Veranstalter ist das LWL-Museum für Kunst und Kultur.
Die Geschichte der Reihe verlief nicht reibungslos. Die erste Ausgabe 1977 begann am Aasee mit Claes Oldenburgs „Giant Pool Balls“ und endete mit einem Defizit von 300.000 D-Mark, das Stadt und Land trugen. 1987 sorgte Richard Serras „Trunk“ für öffentlichen Protest, 1997 zählten die Veranstalter etwa 500.000 Besucher bei 76 Künstlerinnen und Künstlern, 2007 mehr als 550.000. Viele Arbeiten wurden später von der Stadt angekauft und blieben im Stadtraum. Die Künstler wählen ihre Orte selbst, am liebsten innerhalb des Promenadenrings.
Für 2027 sind bisher unter anderem Róza El-Hassan, Hew Locke, Oscar Murillo, Selma Selman und Iza Tarasewicz angekündigt. Bei einer Pressekonferenz am 30. Juni 2026 wurden die ersten von etwa dreißig Standorten und Projekten vorgestellt. Die Liste ist noch nicht vollständig. Bekannt ist, dass die Ausstellung neben der Innenstadt Stadtteile im Wandel einbeziehen soll, genannt werden Kinderhaus, Berg Fidel und das York-Quartier. Für Hotels bedeutet das vor allem eines: In den Sommermonaten 2027 dürfte die Nachfrage in Münster höher liegen als sonst, und wer dann kommen will, sollte früh buchen. Belastbare Zahlen zur Auslastung gibt es dazu bisher nicht.
Anreise und Fortbewegung
Der Hauptbahnhof ist ein Durchgangsbahnhof mit dem Berliner Platz auf der Westseite und dem Bremer Platz auf der Ostseite. Er wird von mehreren ICE- und IC-Linien bedient, darunter die ICE-Linie 14 von Köln über Düsseldorf und Essen nach Hannover und Berlin, die ICE-Linien 42 und 43 von Hamburg über Bremen und Osnabrück weiter nach Dortmund und Köln sowie der IC 55 von Münster über Dortmund und Köln nach Stuttgart. Seit dem Fahrplan 2025 halten in Münster auch Nightjet-Züge der ÖBB auf der Strecke Amsterdam–Innsbruck/Wien.
Am Berliner Platz steht ein Fahrradparkhaus, gebaut, um das wilde Abstellen von Rädern vor dem Bahnhof einzudämmen. Die Promenade taugt zugleich als Orientierung: Der Ring um die Altstadt ist schwer zu verfehlen, und zehn Straßen kreuzen ihn dort, wo früher die Stadttore standen.
Wo übernachten
Das Atlantic Hotel Münster liegt an der Engelstraße 39, in der Nähe von Altstadt und Promenade. Der Bau stammt vom Büro Kresings aus Münster, das Raumkonzept und die Inneneinrichtung entwarf Olufemi Moser aus München. Die Grundsteinlegung war am 4. September 2019, nach knapp zwei Jahren Bauzeit eröffnete das Haus. Zu den Zimmerkategorien gehören Comfort, Comfort Plus, Deluxe, Executive, Studio und die Prinzipal Suite; auf der Website des Hauses beginnen die Preise bei 149 Euro pro Nacht für ein Comfort-Zimmer.
Das Restaurant heißt Atlantic Grillroom, dazu kommen die Deli Lounge und die Atlantic Skybar im sechsten Stock, die 2024 als „Bar des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Der verglaste Engelsaal mit 380 Quadratmetern im Dachgeschoss war im November 2022 Schauplatz der Konferenz der G7-Außenminister. Im Haus gilt Rauchverbot, die Zimmer sind klimatisiert, WLAN ist kostenlos. Ein Hund ist auf Anfrage gegen 25 Euro pro Nacht erlaubt. Check-in ist ab 15 Uhr, Check-out bis 11 Uhr. Das Hotel trägt das Siegel GreenSign und ist Partner der Initiative Klimastadt Münster. Der Zugang ist barrierefrei. Auf der Website nennt das Haus eine durchschnittliche Bewertung von 4,4 von 5 Punkten, bei 91 Prozent Weiterempfehlung; das sind die Zahlen des Hauses, keine unabhängige Messung. Mehr zu Zimmern, Lage und Einschätzung steht in der Atlantic Hotel Münster.
Weitere Neueröffnungen in Münster haben wir bislang nicht in den Guide aufgenommen. Das heißt nicht, dass es keine gibt: Wir führen ein Projekt erst, wenn Eröffnungstermin, Betreiber und Zimmerzahl aus mehr als einer Quelle bestätigt sind. Gerade vor den Skulptur Projekten ist damit zu rechnen, dass sich die Lage ändert.
Zur Quellenlage
Die historischen Angaben stammen aus Nachschlagewerken und aus Veröffentlichungen der Stadt Münster und des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, die Angaben zum Hotel aus der Fachpresse der Hotellerie und von der Website des Hauses. Wo sich Quellen widersprechen, etwa bei der Einwohnerzahl, nennen wir nur die Größenordnung. Das Atlantic Hotel Münster wurde von Fachmedien bei der Eröffnung mit 224 Zimmern beschrieben, ein früherer Bericht aus der Bauphase sprach noch von 225.
Häufig gestellte Fragen
Wann findet die nächste Skulptur Projekte statt?
Vom 13. Juni bis zum 3. Oktober 2027. Es ist die sechste Ausgabe seit 1977, danach folgt der Zehnjahresrhythmus.
Wie viel kostet eine Nacht im Atlantic Hotel Münster?
Ab 149 Euro für ein Comfort-Zimmer nach Angaben des Hauses, die Prinzipal Suite beginnt bei 939 Euro. Aktuelle Preise hängen vom Datum ab.
Wo liegt das Atlantic Hotel Münster?
An der Engelstraße 39, 48143 Münster, in der Nähe von Altstadt und Promenade.
Wann ist in Münster Wochenmarkt?
Mittwochs und samstags von 7 bis 14.30 Uhr auf dem Domplatz, freitags zusätzlich der Öko-Bauernmarkt.